{"id":443,"date":"2024-12-22T22:37:53","date_gmt":"2024-12-22T21:37:53","guid":{"rendered":"https:\/\/gpw-online.de\/?page_id=443"},"modified":"2025-11-16T00:40:27","modified_gmt":"2025-11-15T23:40:27","slug":"zuechtung","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/gpw-online.de\/en\/zuechtung\/","title":{"rendered":"Breeding"},"content":{"rendered":"<div class=\"wp-block-uagb-advanced-heading uagb-block-ddac8df1\"><h2 class=\"uagb-heading-text\">Krankheiten setzen der Erbse zu: Aktuelle Ziele in der Z\u00fcchtung<\/h2><div class=\"uagb-separator\"><\/div><\/div>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" style=\"margin-top:-1px;padding-right:var(--wp--preset--spacing--70);padding-left:var(--wp--preset--spacing--70)\">W\u00e4hrend lange Zeit die Verbesserung der Standfestigkeit der K\u00f6rnererbse ein zentrales Anliegen der Z\u00fcchtung war, bleibt heute u. a. die weitere Verbesserung des Ertrags und der Ertragsstabilit\u00e4t von gro\u00dfer Wichtigkeit. Um eine hohe Ertragsstabilit\u00e4t zu gew\u00e4hrleisten, sind neben Trockentoleranz vor allem Resistenzen gegen biotische Schaderreger von Bedeutung. Als Resistenzquellen kommen nicht nur Gene aus der Kulturform&nbsp;<em>P. sativum<\/em>&nbsp;infrage: Zunehmend werden Wildformen und verwandte Arten untersucht, wobei die z\u00fcchterische Umsetzung dadurch nat\u00fcrlich deutlich erschwert ist, weil gleichzeitig auf die wichtigen agronomischen Eigenschaften Samenfarbe, Samengr\u00f6\u00dfe, H\u00fclsenansatz, L\u00e4nge und Form der H\u00fclsen sowie auf Wuchsh\u00f6he und Standfestigkeit selektiert werden muss (Jha et al 2021, Sampaio et al. 2021, McGee et al. 2012).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" style=\"padding-right:var(--wp--preset--spacing--70);padding-left:var(--wp--preset--spacing--70)\">Unter den pilzlichen Krankheitserregern spielt&nbsp;<em>Fusarium oxysporum f. sp. pisi<\/em>&nbsp;weltweit eine bedeutende Rolle. Es gibt monogene Resistenzen gegen einzelne St\u00e4mme, aber auch eine quantitative Resistenz, die auf ein Zusammenspiel mehrerer Gene beruht, die in vielen modernen Sorten eingekreuzt wurden (Sampaio et al. 2021). Aus einem franz\u00f6sisch-amerikanischen Kooperationsprojekt stammende Erbsenlinien werden derzeit in der Z\u00fcchtung eingesetzt, um Sorten mit verbesserter Resistenz gegen die&nbsp;<em>Aphanomyces<\/em>-Wurzelf\u00e4ule (<em>Aphanomyces euteiches<\/em>) zu entwickeln (McGee et al. 2012). Bei dem Erreger handelt es sich um einen bodenb\u00fcrtigen Einzeller (<em>Oomycet<\/em>), welcher die Wurzel bef\u00e4llt. W\u00e4hrend der Erreger in Deutschland noch keine gr\u00f6\u00dfere Rolle spielt, hat er in Frankreich zu einem R\u00fcckgang der Erbsenanbaufl\u00e4che gef\u00fchrt (M\u00e4nnel et al. 2020). Gegen den Echten Mehltau gibt es mehrere bekannte Resistenzgene, eines davon verhindert das Eindringen des Erregers in die Epidermis. Dieses Gen wird in der Z\u00fcchtung seit l\u00e4ngerem eingesetzt und ist ebenfalls Bestandteil vieler Sorten. Einem weiteren Resistenzgen aus der Wildform&nbsp;<em>P. fulvum<\/em>&nbsp;wird ein gro\u00dfes Potential beigemessen (Jha et al. 2021). Beim Falschen Mehltau (<em>Peronospora viciae f. sp. pisi<\/em>) wird davon ausgegangen, dass monogene Resistenzen aufgrund der Variabilit\u00e4t des Erregers schon nach kurzer Zeit durchbrochen werden k\u00f6nnen, so dass der quantitativen Resistenz bei z\u00fcchterischen Arbeiten mehr Potential beigemessen wird (Davidson et al. 2011). Der Erbsenrost wird von zwei Erregern,&nbsp;<em>Uromyces pisi<\/em>&nbsp;und&nbsp;<em>U. viciae-fabae<\/em>, hervorgerufen. Es gibt nur partielle Resistenzen, die z\u00fcchterisch genutzt werden und entsprechend gro\u00dfe Unterschiede in der Anf\u00e4lligkeit aktueller Sorten (Barilli et al. 2009).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\" style=\"padding-right:var(--wp--preset--spacing--70);padding-left:var(--wp--preset--spacing--70)\">Das Auftreten von Viruserkrankungen wird in den letzten Jahrzehnten zunehmend beobachtet, wenngleich sich die Auswirkungen in den meisten Jahren in Grenzen halten (M\u00e4nnel et al. 2020, Almasi et al. 2020). Eine bekannte Resistenz ist zum Beispiel das&nbsp;<em>stm1<\/em>-Gen, welches sowohl gegen das&nbsp;<em>Pea seed-borne mosaic virus<\/em>&nbsp;(PSbMV) als auch gegen das&nbsp;<em>Bean yellow mosaic virus<\/em>&nbsp;(BYMV) wirkt, allerdings sind derzeit weltweit nur wenige resistente Sorten verf\u00fcgbar (Almasi et al. 2020, Ashby et al. 2011, Congdon et al. 2016). Da die f\u00fcr die K\u00f6rnererbse relevanten Viren von Blattl\u00e4usen \u00fcbertragen werden, ist die \u00fcberwiegende Bek\u00e4mpfungsm\u00f6glichkeit zurzeit weiterhin in der Kontrolle der Blattlauspopulation mithilfe des Einsatzes von Insektiziden. Umso wichtiger ist die Entwicklung weiterer resistenter Sorten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-right wp-block-paragraph\" style=\"padding-right:var(--wp--preset--spacing--60);padding-left:var(--wp--preset--spacing--60)\">Weiter zu&nbsp;<a href=\"https:\/\/gpw-online.de\/en\/anbau-der-koernererbse\/\" data-type=\"page\" data-id=\"431\">Anbau der K\u00f6rnererbse &gt;&gt;<\/a><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Krankheiten setzen der Erbse zu: Aktuelle Ziele in der Z\u00fcchtung W\u00e4hrend lange Zeit die Verbesserung der Standfestigkeit der K\u00f6rnererbse ein zentrales Anliegen der Z\u00fcchtung war, bleibt heute u. a. die weitere Verbesserung des Ertrags und der Ertragsstabilit\u00e4t von gro\u00dfer Wichtigkeit. 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